Aktuell
Edith Weyde schrieb Geschichte
Internationaler Frauentag
Die Chemikerin Dr. Ing. Edith Weyde ist nicht so bekannt, wie sie es verdienen würde. Im M.F.F. feiern wir sie seit fast 40 Jahren. Die „Blitzkopie“ war nur eine ihrer Erfindungen, wenn auch die erfolgreichste. Es handelte sich um das erste moderne Verfahren der Fotokopie, Agfa Copyrapid. Rund 50 Jahre lang (1949 -2000) brachte ihr Arbeitgeber Agfa in Leverkusen Materialien auf den beständig boomenden Markt – und verdiente Millionen daran. Selbst heutzutage ist das von Edith Weyde entdeckte Prinzip der Diffusions-Transfer-Umkehrung noch präsent, nämlich in den analogen Sofortbild-Verfahren von Fuji und Polaroid. Unser Buch über die Erfinderin ist leider vergriffen. Trotzdem: bitte recht freundlich, Tante Edith!
Neue Schenkung
Macbeth von Klaus D. Schiemann
Klaus D. Schiemann war – wie Klaus Urbons – Gründungsmitglied der Künstlergruppe „Mütternacht“. Noch bevor er den Stil entwickelte, der ihn deutschlandweit bekannt machte, experimentierte er auch mit dem Fotokopierer. Nun stiftete Ulrike Berkenkopf-Schiemann unserem Museum die Mappe „Macbeth“, die Klaus Anfang der 1980er-Jahre mit dem Canon NP Color realisierte. Dieser Farbkopierer war seinerzeit der einzige, der auch das DIN A3-Format beherrschte. Klaus ließ die Blätter laminieren und so haben sie die vergangenen 40 Jahre ohne jegliche Altersspuren überstanden.
Kopie kreativ plus Zine
TRP im Theater an der Ruhr
Als „The Rapid Publisher“ sind Torben Röse und Nico Bergmann seit 2016 aktiv – und alle, die bei den Copy Parties der beiden Künstler mitmachen sind begeistert. Im Theater an der Ruhr kann am Samstag, 21.2.2026 ab 14.30 Uhr loskopiert werden. Tickets gibt’s auch online. Für 10 € seid ihr beim Workshop dabei – zwei Zines an denen ihr mitgewirkt habt, gibt es obendrauf. Das lohnt sich also doppelt!
Verbunden
Podcast der NRW-Stiftung
Unser Museum wurde erst durch eine gemeinsame Förderung der NRW-Stiftung und des LVR Landschaftsverband Rheinland zu dem, was es heute ist. Auch deshalb waren wir sehr gerne dazu bereit, an dem Podcast „Förderbande“ mitzuwirken. Dieser ist nun online – und wir sind gespannt, wie er bei den Hörerinnen und Hörern ankommt. Mit der Journalistin Marija Bakker zu sprechen hat richtig Spaß gemacht. Gebt uns gerne ein Feedback!
Studio Visit: Pierre Luigi Vanozzi
Blätter aus dem Archiv
Im vergangenen Herbst hatte ich das große Privileg, Pierluigi Vannozzi in seinem Atelier in Bologna zu besuchen. Abgesehen von der herzlichen Gastfreundschaft, die mir Pierluigi und seine Frau entgegenbrachten, bot mir dieses Treffen eine hervorragende Gelegenheit, die Schnittstellen zwischen chemischer und elektrografischer Reproduktion sowie die individuelle und kollektive künstlerische Handlungsfähigkeit eines Pioniers der Copyart neu zu beleuchten.
Als ehemaliges Mitglied der einflussreichen Gruppe #Postmachina nimmt Vannozzi eine zentrale Stellung im Diskurs über maschinengestützte Kunst ein. Unser Gespräch brachte jedoch eine faszinierende technische Nuance zum Vorschein: Während ein Großteil der Werke dieser Ära mit elektrografischen Verfahren gleichgesetzt wird, umfasst Vannozzis Praxis auch den Einsatz einer bestimmten nicht-elektrografischen Maschine, die für unsere eigene Archivforschung von besonderer Bedeutung ist. Bleiben Sie dran für weitere Details. Wir werden einen ausführlicheren Text für #Leavesfromthearchive auf unserer Website veröffentlichen.
Die Dokumentation wird von @mkw.nrw unter dem Dach von Unruly Publishing finanziert.
Die Reise wird von meiner Neugier finanziert.
P. T. Barnum und KI
Professor Edward Bateman und Robert Hirsch
Dies ist der fünfte Aufsatz in einem fortlaufenden Dialog zwischen Edward Bateman und Robert Hirsch, der kritisch untersucht, wie künstliche Intelligenz Kreativität, Urheberschaft und die Grundlagen der Bildgestaltung verändert. Diesmal steht der Zirkuspionier und Politiker Phineas Taylor Barnum (1810 – 1890) im Fokus. Das einleitende Video zu diesem Aufsatz wurde aus einem Standbild des Showmans P. T. Barnum und General Tom Thumb, einem seiner Stars, erstellt. Barnum verstand, dass Menschen nicht immer die Wahrheit wollen, sondern vielmehr ein Gefühl von Geheimnis und Entdeckung suchen.
Die Essays, die online von VASA Projects veröffentlicht wurden, bieten eine aus Künstlersicht geschriebene Perspektive auf die sich wandelnde Identität der Fotografie im Zeitalter des maschinellen Lernens und der maschinellen Bildbearbeitung. Informationen zu weiteren Projekten der Autoren finden Sie auf deren Websites: Edward Bateman: http://www.ebateman.com und Robert Hirsch: https://lightresearch.net/light/
Noise of Silence
Mail Art & Sound
„The Noise of Silence“ ist eine Mail-Art- und Sound-Zine-Sammlung. Künstler sind eingeladen, eine visuelle (150 x 210 mm, Hochformat) und eine auditive (max. 5 Minuten Ton auf CD-R/SD-Karte) Interpretation des Themas zu erstellen. Wer mitmachen will wendet sich an: mail art, c/o peter schubert, schillerstraße 2, 73312 geislingen, deutschland. Informationen zur ersten Ausgabe können unter dem untenstehenden Link aufgerufen werden.
Totäl Fantasy
Hinter verschlossenen Türen
Das Makroscope und M.F.F. befinden sich noch in der Winterpause, aber hinter den verschlossenen Türen tut sich trotzdem einiges. Aus Karlsruhe kamen Nils Weiligmann & Grischa Kaczmarek in unser Museum und ließen sich erstmal von Klaus in die kaum bekannte Geschichte der Fotokopie und Vervielfältigung einführen. Die beiden Künstler hatten bereits im Makroscope ausgestellt, wollten nun aber ein Zine mit unseren Workshop-Kopierern erschaffen. Und das Ergebnis von drei Tagen intensiver Arbeit kann sich wirklich sehen lassen, wie man schon anhand der Einzelblätter erahnen kann.
Besucherinnen
Frauen, die wandern
Am 11.1.2026 traf sich eine Gruppe von Frauen, die gemeinsam wandern und spazieren gehen, im Museum für Fotokopie. Zwar ist sind das Makroscope und das M.F.F. noch bis Ende Januar in der Winterpause, doch der Besuch wurde schon früher vereinbart. Die Gäste zeigten sich sehr interessiert als sie von Edith Weyde und Chester F. Carlson hörten, den beiden Schlüsselfiguren der modernen Fotokopie. Eine Demonstration des Astoria-Experiments und der ersten Xerografie von Chester Carlson und seinem Assistenten Otto Kornei zeigte deutlich, dass aus unscheinbarsten Anfängen große Innovationen wie der Laserduck und die Sofortbildfotografie entstehen können.
Wolfgang Tillmanns
Ausstellung in Remscheid
Der in Remscheid geborene international bekannte Künstler Wolfgang Tillmanns gestaltete in seiner Heimatstadt eine sehenwerte Ausstellung. Die wurde nun bis zum 24. Januar 2026 verlängert. Gezeigt wird ein opulenter Querschnitt seiner Arbeiten mit verschiedenen Medien. Besonders interessant fürs M.F.F.: Der Künstler begann seine Karriere mit schwarzweißen Fotokopie-Arbeiten, von denen eine ganze Reihe zu sehen ist, darunter auch eine signierte von 1987. Ein Besuch lohnt sich.
Raubdrucke unter der Lupe
Annette Gilbert zu Besuch
Annette Gilbert von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg forscht zu Raubdrucken von Büchern – mit den Schwerpunkten 1968er und Ostblock. Sie hatte grundlegende Fragen zu den seinerzeit möglichen Vervielfältigungsverfahren, wie Mimeographie (Schablonendruck), Spirit-Carbon oder Klein-Offset. Da in der DDR und im Ostblock der Besitz und Betrieb von Vervielfältigern von den Behörden genehmigt werden musste, lag unseren nagelneuen Mini-Vervielkfältiger Prix 1000 (1961, Made in DDR) eine offizielle Mitteilung bei: sehr zur Freude von Frau Gilbert!
Finissage
Copy Art von Jürgen O. Olbrich
Zum Abschluss von Jürgens Ausstellung konnten wir eine ganze Reihe lieber Gäste im M.F.F. begrüßen – und mit ihnen gemeinsam das ereignisreiche Jubiläumsjahr 2025 abschließen. Wir danken nochmals dem Kunstmuseum Mülheim, wo Jürgens Performances stattfinden konnten, sowie der ursula und peter wenzel collection für die Bereitstellung der gezeigten Arbeiten. Allen Freundinnen und Freunden des Museums für Fotokopie wünschen Therese und ich ein gutes Neues Jahr 2026.
Besuch für Edith Weyde
Katerina Korola kam aus Basel
Die Wissenschaftlerin Katerina Korola von der Universität in Minnesota forscht zur Haltbarkeit von analogen Fotografien. Dabei stieß sie auf Edith Weyde, die zu diesem wichtigen Thema Grundlegendes geleistet hat. Da traf es sich gut, dass sich in der M.F.F.-Sammlung einige originale Haltbarkeitstest von Frau Weyde befinden. Diese aufschlussreichen Beispiele stammen aus den 1930er und 1940er-Jahren.
Die Kunst der Copy Art
Über Jürgen O. Olbrichs Ausstellung
Über die gut gelungene Ausstellung zum 70. Geburtstag von Jürgen O. Olbrich postete Hans Braumüller einen schönen Beitrag bei den TAZ blogs. Herzlichen Dank dafür! Unser Dank geht auch an Tilman Baumgärtel, aus dessen Interview mit Jürgen in dem Beitrag zitiert wird. Tilman veröffentlichte auch einen wunderbaren Bericht über das M.F.F. in der TAZ vom 18.102025.
https://blogs.taz.de/meta/70-jahre-juergen-o-olbrich/
Schenkung von Copy Art
Werke von Gabriele Klages
Gabriele Klages ist schon lange mit dem Museum für Fotokopie verbunden, 1988 hatte sie dort eine Einzelausstellung und sie erhielt auch den Förderpreis des M.F.F. – Über die Jahre schenkte die Mitbegründerin des Makroscope immer wieder einzelne Werke und Serien, doch nun stifetete sie dem Museum ein umfangreiches Konvolut an Copy Art, das alle Phasen ihrer schöpferischen Arbeit mit Kopierern widerspiegelt. Ihre Werke sind auch in der Sammlung des MIDE CIANT in Cuenca/Spanien vertreten.
Kulturstrolche im Copyshop
Workshop
Die dritten Klassen der GGS Zunftmeisterstraße haben eine Woche lang gemeinsam mit Max Rüthers aus Dortmund ukopiert gebastelt und geklebt und wahnsinnig tolle Strolchinnen gemacht. Im Museum haben sie zudem mit Therese Schuleit über die ehemals langsame Kunst des Kopierens gelernt. Am Freitag 14.Nov um 16 eröffnen wir die Ausstellung feierlich.
Betrieben werden die »Kulturstrolche« in Kooperation mit dem Kultursekretariat NRW Gütersloh. 2025 sind insgesamt 13 Mitgliedsstädte des NRW KULTURsekretariats dabei: Bielefeld, Bochum, Bonn, Düsseldorf, Duisburg, Gelsenkirchen, Hagen, Moers, Mönchengladbach, Mülheim an der Ruhr, Neuss, Oberhausen und Recklinghausen. Gefördert durch Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein Westfahlen.
Open Copy: Black on Black
Workshop
Sa. 8. Nov. 14 – 19 Uhr
Wir feiern den schwarzen Toner und kopieren schwarz auf schwarz an drei verschiedenen Kopierern. Seitenhiebe auf den Schwarzen Freitag/Black Friday sind gewollt. Am Ende hoffen wir ein paar tiefschwarze Zines mit unseren dunklen Erkundungen zusammen zu binden. Mal schauen!
ZUM 70. GEBURTSTAG JÜRGEN O. OLBRICH - COPY ART
13. Nov. – 13. Dez. Museum für Fotokopie
12. Nov. 16 Uhr Performances „Some small pieces“ im Kunstmuseum Mülheim
13. Nov 17 Uhr Vernissage im Museum für Fotokopie
13. Dez. 17 Uhr Finissage im Museum für Fotokopie.
Zur Eröffnung der Ausstellung zum 70. Geburtstag von jürgen O. Olbrich (Kassel), am Donnerstag, 13.11.2025, um 17 Uhr, laden wir herzlich ein.
Der Künstler hat eine Auswahl seiner Copyart-Serien aus der ursula & peter wenzel collection zusammen gestellt.
Öffnungszeiten: Donnerstags von 16 bis 19 Uhr und nach Vereinbarung,
Open Copy Herbst 2025
Workshops
Wir öffnen unser Archiv und testen mit euch unsere Kopierer auf die Fähigkeit klassische Techniken der Kopie-Kunst zu reproduzieren wie z. B. die Realkopie, Copy Motion, Copy Generation und Overlay (Copy on Copy) in Einzel- und Multiblatt, Serie, Vergrößerung und Verkleinerung, auf Papier oder auf Folie.
Im Rahmen unserer Ausstellungen arbeiten wir themenspezifisch und laden immer wieder Künstlerinnen und Spezialistinnen ein. Wir sind gespannt, ob die Geräte unseren Experimenten standhalten und laden euch herzlich hierzu ein.
Termine 2025
Do. 25. September 16 – 19 Uhr
Sa. 8. November, 14 – 17 Uhr
So. 9. November, 14 – 17 Uhr, Kopieren mit der Xerox
Unkostenbeitrag 15 Euro, mit der Bitte um Anmeldung
Come and Copy.
Zinebesetzung
Manuel Boden, Patrick Rieve
Manuel Boden und Patrick Rieve haben im Museum innerhalb von 24 Std. den neuen Canon Imagerunner und unseren Minolta EP auf ihre Belastbarkeit getestet. Während der Messe Between Books in Düsseldorf könnt ihr bei den beiden das in der Zeit erstandene Zine „Imagerunner“ erstehen.